Informationen zum Thema Hoax und Virenfalschmeldungen per E-Mail


 

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Einleitung

Seit Jahren kursieren Warnungen vor (angeblichen) Viren, die sich per E-Mail verbreiten sollen. Diese "Warnungen" werden meist von gutgläubigen Usern verbreitet, die diese per E-Mail von ihresgleichen erhalten haben. Sie zeigen dabei oft sogar ein Engagement, das man sich sonst nur wünschen könnte, im Glauben, sie täten den Adressaten einen Gefallen, indem sie sie vor gefährlichen Viren warnen. Die Empfänger werden aufgefordert, E-Mails, die im Betreff ("subject") einen bestimmten Begriff enthalten (> Beispiele), nicht zu lesen sondern sofort zu löschen. Andernfalls würde ein Virus furchtbare Dinge mit ihrem Rechner anrichten.

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Beispiele

From: ****** *******

To: reiweb

Sent: Thursday, March 16, 2002 7:10 PM

Subject: Virus Warnung

**** WARNUNG Virus ****

Wenn Sie ein E-Mail mit dem Inhalt "It Takes Guts to Say Jesus" bekommen, nicht öffnen. Die E-Mail beinhaltet einen Virus und löscht jede Information auf der Festplatte. Diese Information wurde gestern von IBM bekannt gegeben. Es handelt sich hier um einen sehr gefährlichen Virus (gefährlicher als der "Virus Melissa"). Derzeit gibt es dagegen keinen wirksamen Virenschutz!!!!! Einigen kranken Individuen ist es gelungen, die Unformat-Funktion der Norton Utilities so umzuschreiben, dass alle Dateien auf der Festplatte unwiderruflich gelöscht werden. Der Virus wurde so programmiert, dass er sowohl mit Netscape Navigator als auch mit Microsoft Internet Explorer funktioniert. Er zerstört Macintosh und IBM kompatible Computer. Es handelt sich um einen neuen Virus, sehr wenige Leute kennen seine zerstörerische Auswirkung. Damit dieser Virus gestoppt werden kann, senden Sie diese Warnung bitte an alle mit denen Sie in E-Mail-Verbindung stehen.

> Diese Warnung hat typischerweise keine Anlage.

From: **** ********

To: reiweb

Sent: Sa 10.01.2004 00:37

Subject: Viruswarnung

Wir haben durch ein E-Mail einen Virus eingefangen, der automatisch an alle Personen meines Adressbuches per E-Mail verschickt wurde. Da wir Ihre Adresse auch gespeichert haben, haben Sie ihn jetzt auch auf Ihrem Computer und er wird sich auch weiter an alle Personen Ihres Adressbuches ausbreiten. Es ist wichtig, dass Sie alle Personen, deren Adressen Sie gespeichert haben informieren. Der Virus (genannt jdbg.exe) wird von Anti-Virus-Programmen Norton und McAfee nicht erkannt. Der Virus an sich bleibt 14 Tage lang inaktiv, bevor er das System schädigt. Er wird automatisch durch den Messenger und das Adressbuch verschickt, auch wenn Sie keine Mails an Ihre Kontakte schreiben.

Vorgehensweise um den Virus zu finden und zu beseitigen:

1. Gehen Sie auf Start und klicken Sie auf "Suchen" - "Dateien und Ordner".
2. Tippen Sie den Namen jdbgm
3. Stellen Sie die Suche auf der Festplatte C, allen Unterordner und auf allen anderen Festplatten sicher.
4. Klicken Sie auf "Sofort suchen".
5. Der Virus, der das Symbol eines Teddybären hat, ist betitelt mit jdbgmgr.  AUF GAR KEINEN FALL ÖFFNEN!
6. Klicken Sie auf "Bearbeiten" in der Befehlsleiste und wählen Sie "Alles markieren" um diese Datei(en)zu wählen ohne sie zu öffnen!
7. Gehen Sie jetzt auf "Datei" und klicken Sie "Löschen" an. Die Datei befindet sich nun im Papierkorb. Löschen Sie sie aus dem Papierkorb, indem Sie Papierkorb "Leeren" wählen.

> Diese Warnung hat typischerweise keine Anlage

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Ein Hoax

Fakt ist, dass alle diese Warnungen keinen ernstzunehmenden Hintergrund haben (was die Gefährlichkeit der vermeintlichen Viren angeht). Es handelt sich wohl mehr um ein soziologisches Phänomen. Es gibt die E-Mails, vor denen gewarnt wird, meist gar nicht...

Diese Warnungen werden Hoaxes genannt (engl. hoax, lat. hocus: Ulk, Schabernack).

Vielmehr stellen diese "Warnungen" die eigentlichen "Viren" dar, denn sie richten erheblichen Schaden an, in dem sie Menschen verunsichern und Arbeitszeit binden (z.B. auch meine und ihre gerade). Ausserdem belasten sie durch ihre nicht geringe Zahl das Internet durch nutzlosen Datenverkehr. Sie können beim Empfänger aber auch eine unnötige Angst und Hysterie auslösen.

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Daran erkennt man einen Hoax

·         Es ist zumeist ein Virus, der gefährlicher ist als alles Bisherige...

·         Wörter oder ganze Sätze werden grossgeschrieben. Dies ist jedoch im Mailverkehr als "Geschrei" verpönt. Ebenso wie Serien von Ausrufezeichen. Oft wird auch mit der Farbe Rot nicht gespart. Kein seriöser Absender schreibt solche Mails.

·         Die Warnungen kommen von IBM, AOL, Microsoft oder anderen bekannten Firmen. Das ist falsch. Wenn schon orientieren Antiviren-Softwarefirmen, die von neuen Viren zuerst erfahren. Dann wird über Newskanäle informiert und nicht per E-Mail.

·         Ein Antiviren-Softwarehersteller würde einen Link zu seiner Website aufführen, wo mehr Informationen zum Virus und gegebenenfalls Abwehrprogramme bereit wären.

·         Man wird aufgefordert, die Nachricht an alle bekannten Personen weiterzusenden. Ein untrügliches Zeichen für einen Hoax. Einzige Weiterleitung des Mails gilt dem Papierkorb.

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Tipp

Wenn sie ein solches E-Mail erhalten, ist es am besten dieses sofort in den "Papierkorb" zu werfen. Solche Aktionen sorgen nur für unnötige Unruhe.


Wichtig

Generell werden nie echte Virus-Warnungen per E-Mail versendet.
Sehr wohl können aber Viren in Dateianhängen (Attachments) von E-Mails enthalten sein!
 

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Aktuelle Informationen und Links

Die aktuellen Hoaxes sind jeweils recht schnell bekannt. Meist können sie deshalb auch nur noch Internet-Neulinge wirklich überraschen oder gar schocken.

Übersicht zum Thema Hoax und eine aktuelle Liste:

·         hoax-info - Technischen Universität Berlin

Fachformationen zum Thema Hoax:

·         Wikipedia-Artikel (Deutsch)

·         MELANI Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Schweiz)

·         Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (Deutschland)

·         Microsoft Schweiz

·         Symantec Deutschland

Bei Fragen oder Unsicherheiten können sie sich auch an die Hoax-Spezialisten der Tech. Universität Berlin wenden (> Kontakt).

 
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